Marktplatz oder eigener Onlineshop? Eine Studie zu Unternehmen in der EU

Ein eigener Onlineshop sagt noch nichts darüber aus, wie viel Geschäft weiterhin über einen Marktplatz läuft. Anhand von Eurostat-Daten zum Umsatz im Jahr 2024 haben wir untersucht, wie EU-Unternehmen beide Wege verbinden.

Umsätze im Jahr 2024, erfasst in der Eurostat-Unternehmensbefragung 2025. Die Studie umfasst ausgewählte Wirtschaftszweige in der EU und Unternehmen mit mindestens 10 tätigen Personen. Analyse abgeschlossen am 17. Oktober 2026.

Zusammenfassung

Ein Marktplatz und ein eigener Onlineshop werden häufig parallel genutzt. In unserer Analyse der Eurostat-Daten zum Umsatz 2024 erzielten rund 84 % der kleinen EU-Unternehmen, die über Marktplätze verkauften, mindestens 20 % ihres Web-Umsatzes über diese Marktplätze. Bei großen Marktplatzverkäufern waren es rund 66 %. Als klein gelten Unternehmen mit 10–49 tätigen Personen, als groß solche mit mindestens 250. Die Zahlen geben den Anteil der Unternehmen an, die eine bestimmte Umsatzschwelle erreichen. Sie zeigen nicht, welcher Anteil aller Umsätze auf Marktplätze entfällt.[1][2]

Auch unter den Unternehmen, die sowohl über Marktplätze als auch über eine eigene Website oder App verkauften, erreichten rund drei Viertel der kleinen Unternehmen die Schwelle. Bei großen Unternehmen waren es etwa 58 %. Ein eigener Shop kann also neben einem erheblichen Umsatzbeitrag von Marktplätzen bestehen. Für ein Team, das Social-Media-Inhalte plant, lohnt sich deshalb zunächst ein genauer Blick auf die Bestellwege. Erst dann lässt sich entscheiden, wohin eine Kampagne Kunden führen soll. Die Studie erfasst Vertriebswege, weder Gewinne noch die Auswirkungen der Entscheidung für einen bestimmten Weg.[1][2]

Stell dir ein Unternehmen vor, das in einen eigenen Shop investiert hat. Die Produktseiten sind vollständig, der Bestellvorgang funktioniert und die Social-Media-Profile verlinken auf die Website. Da liegt die Vermutung nahe, dass der ebenfalls genutzte Marktplatz nur noch eine Nebenrolle spielt. Allein die Existenz des Shops verrät das aber nicht. Entscheidend ist, wo die Bestellungen tatsächlich eingehen.

Dieser Unterschied ist wichtig, wenn ein kleines Team das Linkziel seiner nächsten Kampagne auswählt. Ein Beitrag kann ein Produkt vorstellen, eine Dienstleistung erklären oder eine Kundenfrage beantworten. Der Link führt die Person anschließend an einen bestimmten Ort. Um diesen Ort sinnvoll zu wählen, reicht es nicht, die vorhandenen Vertriebswege abzuhaken.

Wir haben mit Eurostats Unternehmensdaten zwei Fragen untersucht: Wie verbreitet ist der Verkauf über Marktplätze? Und wie häufig machen sie bei den Unternehmen, die sie nutzen, mindestens ein Fünftel des Web-Umsatzes aus? Die Antworten zeigen unterschiedliche Muster. Anschließend haben wir geprüft, ob das zweite Muster bestehen bleibt, wenn Unternehmen ohne Verkäufe über einen eigenen Shop aus dem Vergleich herausgenommen werden.

Ein Unternehmen kann Web-Bestellungen über beide Wege erhalten

Eine Keramikwerkstatt ist links mit ihrem eigenen Onlineshop und rechts mit einem Marktplatzkatalog mit Produkten verschiedener Verkäufer verbunden.
  • Eigene Website oder App
  • Externer Marktplatz
  • Keramikwerkstatt
Dieselbe Werkstatt verkauft Keramik im eigenen Shop und über einen externen Marktplatz. Die Illustration erklärt die beiden Wege; sie zeigt keine gemessenen Umsatzanteile.

Auch ein Marktplatz ist E-Commerce

Die Frage wird oft als „Marktplatz oder E-Commerce?“ gestellt. Dabei ist ein Marktplatz selbst eine Form des E-Commerce. Sinnvoll ist der Vergleich zwischen Bestellungen über die eigene Website oder App eines Unternehmens und Bestellungen über einen externen Marktplatz. Ein Unternehmen kann einen dieser Wege nutzen oder beide.[2]

Diese Studie unterscheidet nach dem Bestellweg. Ein eigener Shop bedeutet, dass das Unternehmen Web-Bestellungen über seine eigene Website oder App erhält. Beim Marktplatzverkauf gehen sie über die Website oder App eines Marktplatzes ein. Es geht darum, wo bestellt wird, nicht darum, ob das Unternehmen die Shopsoftware selbst programmiert hat. Die Unterscheidung gilt auch für Dienstleistungen und Geschäftskunden, nicht nur für Waren im Einzelhandel.

Ein Unternehmen, das ausschließlich über Marktplätze verkauft, kann dennoch eine Website zur Information haben. Außerdem kann es offline oder über andere elektronische Systeme Bestellungen annehmen. „Nur über Marktplätze“ bedeutet hier: keine Web-Verkäufe über die eigene Website oder App. Es bedeutet nicht, dass jeder Verkauf des Unternehmens über einen Marktplatz läuft.[1][2]

Diese Begriffe auseinanderzuhalten verhindert einen praktischen Fehler. Eine Website aufzubauen, einen Onlineshop zu eröffnen und die Verteilung der Bestellungen zu verändern sind unterschiedliche Vorhaben. Ein Team sollte prüfen, welches davon es tatsächlich braucht, bevor es eine neue Website zur Lösung erklärt.

Kleinere Marktplatzverkäufer erreichen die 20-%-Schwelle häufiger

Von allen erfassten kleinen EU-Unternehmen verkauften 2024 insgesamt 8,95 % über einen Marktplatz. Bei großen Unternehmen waren es 14,16 %. Das beschreibt die Verbreitung: Ein größerer Anteil der großen Unternehmen nutzte diesen Weg. Im Nenner stehen dabei auch Unternehmen ohne jegliche Web-Verkäufe.[1]

Wie verbreitet ist der Verkauf über Marktplätze?

Anteil aller erfassten EU-Unternehmen, die 2024 über Marktplätze verkauften. Der Nenner enthält auch Unternehmen ohne Web-Verkäufe.

Wie verbreitet ist der Verkauf über Marktplätze? (Datentabelle)
UnternehmensgrößeMarktplatzverkäufer als Anteil aller erfassten Unternehmen
Klein: 10–49 tätige Personen8,95 %
Mittel: 50–249 tätige Personen10,46 %
Groß: mindestens 250 tätige Personen14,16 %
Quelle: Berechnungen von Influence IQ auf Basis von Eurostat, isoc_ec_esels, Befragung 2025 zum Umsatz 2024. Ausgewählte EU-Wirtschaftszweige; Unternehmen mit mindestens 10 tätigen Personen. Veröffentlichte Schätzungen und berechnete Quotienten sind gerundet.

Betrachten wir nun ausschließlich Unternehmen, die tatsächlich über einen Marktplatz verkauften. Unter den kleinen Unternehmen dieser Gruppe erzielten schätzungsweise 83,8 % mindestens 20 % ihres Web-Umsatzes dort. Bei großen Marktplatzverkäufern waren es schätzungsweise 65,8 %. Dieser Vergleich zeigt, wie häufig Marktplätze bei ihren Nutzern mindestens ein Fünftel des Web-Umsatzes beitragen. Er misst nicht, wie verbreitet der Vertriebsweg insgesamt ist.

Für kleine Unternehmen lautet die Rechnung: 7,50 geteilt durch 8,95, multipliziert mit 100. Laut Eurostat nutzten 7,50 % aller erfassten kleinen Unternehmen Marktplätze und erzielten darüber mindestens ein Fünftel ihres Web-Umsatzes. Teilt man diesen Wert durch die 8,95 %, die Marktplätze nutzten, erhält man 83,8 %. Mittlere Unternehmen liegen mit schätzungsweise 77,5 % zwischen den beiden Gruppen.[1]

Die Schwelle ist entscheidend. Ein Unternehmen mit 20 % Web-Umsatz über Marktplätze zählt ebenso dazu wie eines mit 80 %. Die Kennzahl sagt nicht, dass der Großteil des Umsatzes eines einzelnen Unternehmens von Marktplätzen kommt. Sie sagt auch nicht, dass Marktplätze 83,8 % des gesamten Umsatzvolumens kleiner Unternehmen erhalten. Gezählt werden Unternehmen, die eine Bedingung erfüllen.

Für Unternehmer können Verbreitungszahlen zeigen, welche Wege zu Kunden üblich sind. Die eigene Umsatzverteilung ersetzen sie nicht. Ein Kanal, den vergleichsweise wenige Unternehmen nutzen, kann für die Bestellungen in deinem Unternehmen trotzdem eine wichtige Rolle spielen.

Wie häufig tragen Marktplätze mindestens ein Fünftel zum Web-Umsatz bei?

Anteil der Marktplatzverkäufer, die 2024 mindestens 20 % ihres Web-Umsatzes über Marktplätze erzielten. Gemessen wird der Anteil der Unternehmen, die eine Schwelle erreichen, nicht ein Anteil am gesamten Umsatzvolumen.

Wie häufig tragen Marktplätze mindestens ein Fünftel zum Web-Umsatz bei? (Datentabelle)
UnternehmensgrößeAnteil der Marktplatzverkäufer, die die 20-%-Schwelle erreichen
Klein: 10–49 tätige Personen83,8 %
Mittel: 50–249 tätige Personen77,5 %
Groß: mindestens 250 tätige Personen65,8 %
Quelle: Berechnungen von Influence IQ auf Basis von Eurostat, isoc_ec_esels, Befragung 2025 zum Umsatz 2024. Ausgewählte EU-Wirtschaftszweige; Unternehmen mit mindestens 10 tätigen Personen. Veröffentlichte Schätzungen und berechnete Quotienten sind gerundet.

Ein eigener Shop kann neben erheblichen Marktplatzumsätzen bestehen

Eine mögliche Erklärung wäre, dass kleine Marktplatzverkäufer häufiger keine Verkäufe über einen eigenen Shop haben. In den EU-Daten nutzten 33,7 % der kleinen Marktplatzverkäufer Marktplätze als einzigen Web-Vertriebsweg. Bei großen waren es 18,2 %. Diese Unternehmen erzielen zwangsläufig ihren gesamten Web-Umsatz über Marktplätze und erfüllen damit alle die 20-%-Schwelle.[1][6]

Deshalb haben wir die Berechnung für Unternehmen wiederholt, die beide Wege nutzen. Nach Abzug der reinen Marktplatzverkäufer aus der Gruppe, die die Schwelle erreicht, erzielten weiterhin schätzungsweise 75,5 % der kleinen Unternehmen mit beiden Wegen mindestens ein Fünftel ihres Web-Umsatzes über Marktplätze. Bei mittleren Unternehmen waren es 69,5 %, bei großen 58,2 %.

Für kleine Unternehmen lautet die Rechnung: (7,50 − 3,02) geteilt durch 5,93, multipliziert mit 100. Die ersten beiden Zahlen sind die Anteile aller kleinen Unternehmen, die die Schwelle erreichen beziehungsweise ausschließlich über Marktplätze verkaufen. Die letzte Zahl ist der Anteil, der sowohl über die eigene Website oder App als auch über einen Marktplatz verkauft. Alle Eingaben beziehen sich auf dieselbe Unternehmenspopulation.[1]

Diese Prüfung grenzt die Interpretation ein. Der Unterschied zwischen kleinen und großen Unternehmen lässt sich nicht allein mit dem Anteil erklären, der nur Marktplätze für Web-Verkäufe nutzt. Er besteht auch unter Unternehmen mit Verkäufen im eigenen Shop. Die Ursache zeigt das nicht: Kundennachfrage, Branche, Sortiment und andere Umstände können sich zwischen den Gruppen unterscheiden.

Ein eigener Shop ist daher kein Beleg dafür, dass Marktplätze nur noch eine Randrolle spielen. Umgekehrt belegt ein erheblicher Marktplatzbeitrag nicht, dass der eigene Shop gescheitert ist. Über die beiden Wege können unterschiedliche Käufe stattfinden. Die Daten geben Anlass, das zu prüfen. Sie sagen nicht, in welchen Weg der nächste Euro fließen sollte.

Das Muster bleibt bei Unternehmen mit beiden Wegen bestehen

Anteil der Unternehmen mit beiden Vertriebswegen, die 2024 mindestens 20 % ihres Web-Umsatzes über Marktplätze erzielten. Beide Wege bedeutet: eigene Website oder App und Marktplätze.

Das Muster bleibt bei Unternehmen mit beiden Wegen bestehen (Datentabelle)
UnternehmensgrößeAnteil der Verkäufer mit beiden Wegen, die die 20-%-Schwelle erreichen
Klein: 10–49 tätige Personen75,5 %
Mittel: 50–249 tätige Personen69,5 %
Groß: mindestens 250 tätige Personen58,2 %
Quelle: Berechnungen von Influence IQ auf Basis von Eurostat, isoc_ec_esels, Befragung 2025 zum Umsatz 2024. Ausgewählte EU-Wirtschaftszweige; Unternehmen mit mindestens 10 tätigen Personen. Veröffentlichte Schätzungen und berechnete Quotienten sind gerundet.

In den meisten EU-Ländern erreichen kleine Marktplatzverkäufer die 20-%-Schwelle häufiger

In 23 der 26 EU-Länder mit verfügbaren Schätzungen für beide Größenklassen war der Anteil, der die 20-%-Schwelle erreichte, bei kleinen Unternehmen höher als bei großen. Die Ausnahmen waren Malta, die Niederlande und die Slowakei. Die deutsche Schätzung für große Unternehmen ist wegen geringer Zuverlässigkeit nicht verfügbar. Der Wert fehlt; er ist nicht null.[1]

Beschränkt man den Vergleich auf Unternehmen mit beiden Vertriebswegen, liegen die kleinen Unternehmen ebenfalls in 23 von 26 Ländern vorn. Die Ausnahmen sind dann jedoch Bulgarien, Malta und die Niederlande. Gerade deshalb sind beide Vergleiche wichtig. Eine einzige Beschreibung passt nicht auf jeden Markt.

Auch die Verbreitung und die Umsatzschwelle können unterschiedliche Länderbilder ergeben. In Litauen verkauften 34,74 % der kleinen Unternehmen über Marktplätze, in Irland 9,22 %. Unter den jeweiligen Marktplatzverkäufern erreichten aber schätzungsweise 82,4 % in Litauen und 91,4 % in Irland die Schwelle. Eine breitere Nutzung bedeutet also nicht zwangsläufig, dass ein größerer Anteil der Marktplatzverkäufer die Schwelle von 20 % des Web-Umsatzes erreicht.

Dies sind beschreibende Vergleiche, keine Rangliste der Marketingqualität. Die Branchenstruktur unterscheidet sich zwischen den Ländern; diese Analyse passt die Werte nicht an diese Unterschiede an. Für die Niederlande tragen relevante Kennzahlen kleiner Unternehmen einen Quellenhinweis auf einen Zeitreihenbruch. Wir behalten diesen Hinweis bei und vergleichen nur ein einzelnes Jahr. Die Ländertabelle kennzeichnet fehlende Werte und enthält die Quellenhinweise.

Der Ländervergleich

Anteil der Marktplatzverkäufer, die 2024 mindestens 20 % ihres Web-Umsatzes über Marktplätze erzielten. Die Differenz entspricht dem Anteil bei kleinen Unternehmen minus dem Anteil bei großen Unternehmen, gemessen in Prozentpunkten. Klein bedeutet 10–49 tätige Personen; groß mindestens 250.

Alle 27 Länder und Quellenhinweise anzeigen
Marktplatz-Umsatzschwelle nach Land und Unternehmensgröße
LandKleine UnternehmenGroße UnternehmenKlein minus groß
Österreich81,1 %63,0 %18,1 Prozentpunkte
Belgien68,3 %55,2 %13,1 Prozentpunkte
Bulgarien84,0 %82,7 %1,3 Prozentpunkte
Zypern91,4 %79,1 %12,4 Prozentpunkte
Tschechien77,8 %63,2 %14,7 Prozentpunkte
Deutschland86,7 %Nicht verfügbarGeringe ZuverlässigkeitNicht verfügbarGeringe Zuverlässigkeit
Dänemark74,6 %57,4 %17,2 Prozentpunkte
Estland78,1 %70,1 %8,0 Prozentpunkte
Griechenland88,0 %78,0 %10,0 Prozentpunkte
Spanien87,2 %76,6 %10,6 Prozentpunkte
Finnland72,0 %47,7 %24,3 Prozentpunkte
Frankreich81,3 %50,9 %30,4 Prozentpunkte
Kroatien85,2 %78,6 %6,6 Prozentpunkte
Ungarn81,5 %42,4 %39,1 Prozentpunkte
Irland91,4 %76,0 %15,5 Prozentpunkte
Italien86,6 %69,6 %17,0 Prozentpunkte
Litauen82,4 %66,7 %15,7 Prozentpunkte
Luxemburg89,1 %67,6 %21,6 Prozentpunkte
Lettland85,5 %67,8 %17,8 Prozentpunkte
Malta83,2 %88,9 %-5,7 Prozentpunkte
Niederlande65,5 %Zeitreihenbruch67,1 %-1,5 ProzentpunkteZeitreihenbruch
Polen86,4 %60,6 %25,9 Prozentpunkte
Portugal76,5 %66,4 %10,1 Prozentpunkte
Rumänien84,9 %82,0 %2,9 Prozentpunkte
Schweden75,3 %53,6 %21,8 Prozentpunkte
Slowenien87,1 %59,6 %27,5 Prozentpunkte
Slowakei57,1 %61,7 %-4,6 Prozentpunkte
Quelle: Berechnungen von Influence IQ auf Basis von Eurostat. Die deutsche Schätzung für große Unternehmen wird wegen geringer Zuverlässigkeit nicht veröffentlicht; deshalb wird keine Differenz berechnet. Für die Niederlande liegt ein Hinweis auf einen Zeitreihenbruch vor. Hinweise bleiben an betroffenen Schätzungen und Differenzen erhalten. Die Vergleiche belegen keine statistische Signifikanz.

Eine Keramikwerkstatt kann beide Wege nutzen, ohne den Umsatz gleich zu verteilen

Nehmen wir eine fiktive Keramikwerkstatt mit 12 tätigen Personen. In einem Jahr erhält sie Bestellungen über 420.000 € im eigenen Shop und über 180.000 € auf Marktplätzen. Der Web-Umsatz beträgt damit 600.000 €. Hinzu kommen 400.000 € Offline-Umsatz. Diese Beträge sind zur Erklärung der Rechnung erfunden. Sie stammen weder von einem Kunden noch stellen sie erwartete Ergebnisse dar.

Marktplätze machen 30 % ihres Web-Umsatzes aus: 180.000 € geteilt durch 600.000 €. Das Unternehmen erfüllt die 20-%-Schwelle der Studie, obwohl der eigene Shop die übrigen 70 % beiträgt. Bezogen auf den Gesamtumsatz von 1.000.000 € beträgt der Marktplatzanteil 18 %. Beide Aussagen sind richtig, weil sie unterschiedliche Nenner verwenden.

Angenommen, das Team bereitet Beiträge zu einer neuen Kollektion vor. Dass es einen eigenen Shop hat, entscheidet noch nicht, wohin diese Beiträge führen sollten. Das Team könnte an beiden Zielen Produktinformationen, Bestellschritte und Kundenfragen prüfen. Ein Beitrag, der Hilfe bei der Größenwahl verspricht, sollte dorthin führen, wo diese Hilfe zu finden ist. Ein Beitrag zu einem konkreten Angebot sollte auf die Seite führen, auf der es tatsächlich bestellt werden kann.

Der Anteil von 30 % allein sagt nicht, ob sich der Marktplatz lohnt. Dafür braucht das Team auch Angaben zu Kosten, Margen, Retouren und Arbeitszeit je Vertriebsweg. Diese Daten enthält die Studie nicht. Das Beispiel trennt drei Fragen, die sonst leicht vermischt werden: Wo verkauft das Unternehmen? Wie viel trägt jeder Weg bei? Und rechnet sich das Geschäft?

Wähle das Linkziel danach, was der Kunde als Nächstes tun möchte

Führe vom Beitrag zum passenden nächsten Schritt

Von einem Social-Media-Beitrag mit einer blauen Schale führen Verbindungen zu einem eigenen Shop und einem Marktplatz und anschließend zu zwei Bestellübersichten mit Belegen.
  1. Beginne mit der Kundenfrage

    Kläre, was der Beitrag erklären oder anbieten soll. Prüfe, welches Ziel dieses Versprechen einlösen kann.

  2. Prüfe den Bestellweg

    Vergleiche aktuelle Informationen, Verfügbarkeit, Bestellschritte und die Kosten des Unternehmens an beiden Zielen.

  3. Prüfe die tatsächliche Verteilung

    Unterscheide den Anteil jedes Weges am Web-Umsatz von seinem Anteil am Gesamtumsatz. Nutze zur Prüfung die vorhandene Erfolgsmessung.

Wähle das Linkziel nach der Aufgabe des Kunden. Prüfe anschließend die tatsächliche Umsatzverteilung und die Kosten des Unternehmens.

Beginne mit der unmittelbaren Frage des Kunden. Wer technische Angaben vergleicht, braucht vielleicht eine ausführliche Produktseite. Wer auf ein befristetes Angebot reagiert, benötigt den genauen Preis, die Verfügbarkeit und die Bestellbedingungen. Wer eine Dienstleistung nutzen will, braucht möglicherweise Buchungsinformationen. Prüfe die Seiten, die du tatsächlich aktuell halten kannst, bevor du das passende Ziel auswählst.

Prüfe beide Ziele anhand derselben praktischen Fragen. Findet die Person das Produkt oder die Leistung aus dem Beitrag? Sind Preis, Verfügbarkeit sowie Liefer- oder Buchungsinformationen aktuell? Lässt sich der nächste Schritt auf dem Smartphone erledigen? Für eine Kampagne kann ein Marktplatz besser passen, für eine andere der eigene Shop. Entscheidend ist, was der Kunde tun möchte.

Bei der fiktiven Keramikwerkstatt könnte ein Beitrag zur Pflege einer Glasur auf eine Shopseite führen, die Pflegetipps mit den passenden Produkten verbindet. Ein Beitrag über ein Paket, das nur auf einem Marktplatz erhältlich ist, sollte direkt zu diesem Angebot führen. In beiden Fällen muss das Ziel das Versprechen des Beitrags einlösen. Es gibt keinen Grund, jeden Kunden durch beide Wege zu schicken.

Ein kurzer Blick auf die Vertriebswege vor der nächsten Kampagne

Nutze zunächst vorhandene Bestelldaten, um den Web-Umsatz für denselben Zeitraum nach Bestellweg aufzulisten. Trenne Bestellungen im eigenen Shop von Marktplatzbestellungen. Berechne dann ihren jeweiligen Anteil am gemeinsamen Web-Umsatz. Führe Offline-Umsätze separat auf, damit ein Anteil am Web-Umsatz nicht mit einem Anteil am Gesamtumsatz verwechselt wird.

Vergleiche Umsätze auf derselben Grundlage. Eine Marktplatzauszahlung nach Gebühren ist nicht direkt mit dem Bestellwert im eigenen Shop vor Gebühren vergleichbar. Wer beides vermischt, lässt einen Kanal allein aus buchhalterischen Gründen kleiner erscheinen. Gleiche zuerst die Umsatzsummen ab und vergleiche anschließend Gebühren, Retouren und andere Kosten separat.

Für die fiktive Werkstatt beginnt die Übersicht mit 420.000 € und 70 % des Web-Umsatzes im eigenen Shop sowie 180.000 € und 30 % auf Marktplätzen. Danach folgen die tatsächlichen Kosten und wiederkehrenden Kundenfragen je Weg. Prüfe fehlende Kosten anhand der Unterlagen, bevor du einen Wert einträgst. Das bietet eine bessere Entscheidungsgrundlage, als die 20-%-Schwelle der Studie zum Ziel für jedes Unternehmen zu machen.

Wähle zum Schluss eine konkrete Maßnahme für die nächste Kampagne: Ergänze eine fehlende Lieferangabe, erkläre das Produkt besser oder passe das Linkziel an das Angebot an. Nutze die vorhandene Erfolgsmessung des Unternehmens, um das Ergebnis zu prüfen. Bestellweg und Erstkontakt sind nicht dasselbe: Jemand kann einen Social-Media-Beitrag sehen und später woanders bestellen. Eine Veränderung des Kanalumsatzes allein beweist nicht, dass die Kampagne sie verursacht hat.

So haben wir die Vergleiche berechnet

Wir haben den Eurostat-Datensatz isoc_ec_esels mit den Beobachtungen der Befragung 2025 zum Umsatz 2024 analysiert. Erfasst sind Unternehmen mit insgesamt mindestens 10 Beschäftigten und Selbstständigen im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe und in weiteren abgedeckten nichtfinanziellen Wirtschaftszweigen. Unternehmen mit weniger als 10 tätigen Personen sind ausgeschlossen. Es handelt sich nicht um eine spezielle Befragung von Onlinehändlern oder Creatorn. Wir verwenden den von Eurostat gelieferten EU-Gesamtwert, keinen Durchschnitt der Länderprozentsätze.[1][2][3]

Für die Hauptkennzahl teilen wir den Anteil der Unternehmen, die mindestens 20 % ihres Web-Umsatzes über Marktplätze erzielen, durch den Anteil mit beliebigen Web-Verkäufen über Marktplätze. Bei Unternehmen mit beiden Wegen ziehen wir die reinen Marktplatzverkäufer vom Zähler der Schwellenberechnung ab und teilen durch den Anteil der Unternehmen mit beiden Wegen. Land, Jahr, Branchenumfang, Unternehmensgröße und die Einheit „Prozent der Unternehmen“ stimmen bei den Eingaben überein. Ausgangswerte, Formeln und Qualitätshinweise stehen in den Downloads.[1]

Die veröffentlichte deutsche Schätzung für große Unternehmen an der Umsatzschwelle ist wegen geringer Zuverlässigkeit nicht verfügbar. Eurostat bezieht nationale Schätzungen mit geringer Zuverlässigkeit in die EU-Gesamtwerte ein. Deshalb behalten wir die veröffentlichten EU-Werte bei, lassen Deutschland aber aus Länderzählungen heraus, die diese Schätzung benötigen. Die Tabelle zeigt einen nicht verfügbaren Wert, keine Null. Vertrauliche nationale Werte behandelt Eurostat anders: Sie werden nicht in EU-Gesamtwerte einbezogen.[3][6]

Wir haben die Rechnungen mit Eurostats alternativen Prozentangaben unter Web-Verkäufern abgeglichen und geprüft, ob sich die Kategorien der Vertriebswege zusammenführen lassen. Eine Abweichung in der Quelle bleibt bestehen: Bei mittleren litauischen Unternehmen ergeben die zusammengeführten Shop- und Marktplatzkategorien einen Anteil mit Web-Verkäufen von 43,81 %, während der veröffentlichte Gesamtwert 43,85 % beträgt. Ein separater Abruf bestätigte die Abweichung. Wir behalten die Werte bei und stellen diese Zusammensetzung nicht als exakte Gesamtsumme dar. Die Abweichung geht weder in die Berechnung der Schwelle unter Marktplatzverkäufern noch in den Ländervergleich kleiner und großer Unternehmen ein.[1]

Die veröffentlichten Eingaben sind auf zwei Dezimalstellen gerundet. Wir haben jede Hauptberechnung mit Werten innerhalb von 0,005 Prozentpunkten um die jeweilige Eingabe geprüft. Die zentralen Unterschiede zwischen kleinen und großen Unternehmen und die berichteten Richtungen der Ländervergleiche bleiben dabei erhalten. Diese Bereiche betreffen die Darstellungsgenauigkeit, keine Konfidenzintervalle der Erhebung. Der Auszug enthält weder die Daten der einzelnen Befragten noch die Kovarianzangaben der Erhebung, die für eine Unsicherheitsschätzung unserer abgeleiteten Vergleiche nötig wären.

Die Analyse zeigt die gemeldeten Vertriebswege eines einzelnen Jahres. Sie erklärt nicht, warum Unternehmen diese Wege wählen, welcher profitabler ist oder was bei einer anderen Verteilung passieren würde. Frühere Arbeiten von Eurostat und der OECD haben E-Commerce-Kanäle bereits verglichen. Unser Beitrag ist die Berechnung unter Marktplatzverkäufern, der zusätzliche Vergleich unter Verkäufern mit beiden Wegen und die Länderprüfung für das jüngste im Auszug verfügbare Umsatzjahr.[2][4]

Die CSV enthält Ausgangsprozentsätze, berechnete Anteile und Qualitätshinweise der Quelle. Zahlenfelder verwenden einen Dezimalpunkt, damit sie in weiteren Analysen nutzbar sind.

Quellen und Anmerkungen

  1. Eurostat, E-Commerce-Umsätze von Unternehmen nach Größenklasse (isoc_ec_esels), abgerufen am 17. Oktober 2026. Befragungsjahr 2025; Umsatzbezugsjahr 2024. Verwendet werden PC_ENT, C10-S951_X_K, der EU-Gesamtwert und einzelne EU-Länder. Indikatoren: E_AWSELL, E_AWS_COWN, E_AWS_CMP, E_AWS_CMP_GE20, E_AWS_CBOTH und E_AWS_CMPQ. Berechnungen und Hinweise zur Quellenqualität sind im Analysepaket enthalten.
  2. Eurostat, E-Commerce-Statistik, Datenstand Februar 2026. Erläutert den Umsatzbezug auf das Vorjahr, eigene Websites oder Apps und Marktplätze als Vertriebswege sowie den Unterschied zwischen Web-Verkäufen und anderen elektronischen Bestellungen. Ein Unternehmen kann beide Web-Vertriebswege nutzen.
  3. Eurostat, Metadaten zur IKT-Nutzung in Unternehmen, Abschnitte 3.3–3.6 und 18.5. Der Branchenumfang enthält die NACE-Rev.-2-Abschnitte C–J und L–N sowie Gruppe 95.1. Die Größenklasse zählt Beschäftigte und Selbstständige. EU-Gesamtwerte enthalten nationale Schätzungen, die als wenig zuverlässig markiert sind; vertrauliche nationale Daten sind ausgeschlossen. Der nicht verfügbare deutsche Schwellenwert für große Unternehmen ist als wenig zuverlässig markiert. Deshalb bleibt Deutschland bei den Länderzählungen unberücksichtigt, die Schätzungen für beide Größenklassen voraussetzen. Der gelieferte EU-Wert wird weiterhin verwendet.
  4. OECD, Die digitale Transformation von KMU (2021), Kapitel über Onlineplattformen, Abbildung 3.4. Frühere Arbeiten vergleichen Marktplatznutzung und die 20-%-Umsatzschwelle unter Onlineverkäufern. Dieser Artikel verwendet Marktplatzverkäufer als Nenner und ergänzt einen Vergleich unter Unternehmen mit beiden Wegen. Er beansprucht nicht, die erste Untersuchung zu E-Commerce-Kanälen zu sein.
  5. Eurostats Hinweise zur Weiterverwendung erlauben die Nutzung statistischer Daten mit Quellenangabe. Berechnungen, Interpretation und Übersetzungen stammen von Influence IQ. Eurostat ist für diese Bearbeitungen nicht verantwortlich.
  6. Eurostat, Handbuch für die Erstellung europäischer Unternehmensstatistiken zur IKT-Nutzung und zum E-Commerce in Unternehmen, Ausgabe 2025. Modul B, Frage B3, gedruckte Seite 38 ordnet Unternehmen mit nur einem Web-Vertriebsweg 100 % des Web-Umsatzes diesem Weg zu. Das stützt die Berechnung für Unternehmen mit beiden Wegen. Abschnitt 5.2, gedruckte Seite 253, besagt, dass wenig zuverlässige nationale Schätzungen in EU-Gesamtwerte eingehen, vertrauliche nationale Daten hingegen nicht.

Berechnungen, Interpretation und Übersetzungen stammen von Influence IQ. Eurostat ist für diese Bearbeitungen nicht verantwortlich.

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