Influencer-Marketing messen: Wen wählt deine Umfrage aus?

Die Frage nach einem Kauf nach einem Creator-Beitrag kann andere Personen auswählen als die Frage nach dem Einfluss von Creatorn. Die verknüpften Antworten einer US-Umfrage von 2022 zeigen, warum das bei der Planung von Zielgruppeninterviews wichtig ist.

Analyse von Influence IQ auf Grundlage von Pew Research Center’s American Trends Panel, Welle 111. Erhebung in den USA vom 5. bis 17. Juli 2022. Die Ergebnisse sind deskriptive, gewichtete Prozentanteile unter 4.628 teilnahmeberechtigten Social-Media-Nutzern, keine Kampagnenergebnisse oder aktuellen weltweiten Vergleichswerte.

Zusammenfassung

Wer Teilnehmer für Interviews sucht, wählt mit der Frage nach einem früheren Kauf nach einem Creator-Beitrag nicht dieselbe Gruppe aus wie mit der Frage nach dem allgemeinen Einfluss von Creatorn. In unserer gewichteten Analyse von 4.628 Social-Media-Nutzern aus der US-Umfrage des Pew Research Center vom Juli 2022 gaben 30,2 % diese Kauferfahrung und 38,6 % zumindest einen gewissen Einfluss an. 24,8 % berichteten beides. Würde das Kaufkriterium durch das Einflusskriterium ersetzt, bliebe diese Überschneidung erhalten, 5,4 % schieden aus und 13,8 % kämen hinzu, jeweils als gewichteter Anteil der berechtigten Gruppe. [1]

Unter den Befragten mit einer Kaufangabe berichteten 82,1 % auch von Einfluss. Umgekehrt gaben 64,3 % der Personen mit Einflussangabe auch einen Kauf an. Unsichere Antworten und verweigerte Angaben bleiben in diesen Bezugsgruppen enthalten. Für die Praxis heißt das: Die Auswahlfrage sollte zu der Erfahrung passen, die das Interview untersuchen soll. Diese historischen Selbstauskünfte betreffen verschiedene Erfahrungen und Zeiträume. Sie belegen weder zurechenbare Verkäufe noch Kampagnenwirkungen oder widersprüchliches Antwortverhalten.

Eine Einladung zum Interview beginnt mit einer scheinbar einfachen Entscheidung: Wer soll sie erhalten? Für ein Unternehmen oder einen Creator, der Kaufentscheidungen untersucht, klingt „Menschen, die von Creatorn beeinflusst werden“ vielleicht konkret genug. Gemeint sein können aber Personen, die sich an einen Kauf erinnern, Personen, die allgemein Einfluss wahrnehmen, oder beide Gruppen.

Dieser Unterschied geht leicht verloren, wenn zwei getrennte Prozentwerte nebeneinander in einer Präsentation stehen. Die vorliegende Analyse verbindet die beiden Antworten derselben Person und untersucht, wie sich die Interviewgruppe verändert, wenn eine Definition die andere ersetzt.

Eine Zielgruppe, zwei Fragen

Anonyme Porträtkarten stecken in einer dunkelblauen Mappe mit Einkaufstasche und einer blaugrünen Mappe mit Sprechblase. Eine Porträtkarte liegt über beiden Mappen.
Konzeptionelle Illustration zweier Auswahlfragen für dieselbe Zielgruppe. Das Bild stellt keine gemessenen Mengen dar. Die folgenden Grafiken enthalten die Schätzwerte der Umfrage.

Zwei Fragen zu Creatorn wählen unterschiedliche Gruppen aus

Ein Unternehmen möchte verstehen, welche Rolle Creator-Inhalte beim Einkaufen spielen. Eine Forscherin schlägt Interviews mit Personen vor, die sich an einen Kauf nach einem Creator-Beitrag erinnern. Ein anderer Forscher möchte Menschen befragen, die angeben, dass Creator ihre Kaufentscheidungen beeinflussen. Beide Wege scheinen dieselbe Zielgruppe zu erschließen. Die verknüpften Antworten zeigen, warum sich ein genauerer Blick auf die Auswahl lohnt.

Das Pew Research Center hatte beide Größen bereits getrennt veröffentlicht: Rund 30 % der Social-Media-Nutzer gaben einen Kauf nach einem Creator-Beitrag an. 39 % berichteten, dass Creator ihre Kaufentscheidungen zumindest ein wenig beeinflussen. Unsere Analyse hält die zwei Antworten jeder Person zusammen. Die Überschneidung liefert Informationen, die in den getrennten Prozentwerten fehlen. [2]

Die Kauffrage wählte 30,2 % der gewichteten Gruppe von Social-Media-Nutzern aus, die Frage nach allgemeinem Einfluss 38,6 %. Der Anteil, der beide Kriterien erfüllte, lag bei 24,8 %. Weitere 5,4 % wurden nur durch die Kauffrage und 13,8 % nur durch die Einflussfrage ausgewählt. Die übrigen 56,0 % erfüllten keines der beiden Kriterien. [3]

Diese vier Gruppen beschreiben die Eignung nach zwei möglichen Interviewkriterien. Für beide gilt: Nur eine ausdrücklich positive Antwort führt zur Auswahl. Die übrigen Antworten umfassen Unsicherheit und verweigerte Angaben, die in der zugrunde liegenden Tabelle getrennt bleiben. „Durch keines der Kriterien ausgewählt“ bedeutet deshalb nicht, dass alle diese Personen beide Aussagen ausdrücklich verneint haben.

Das hat schon vor dem Schreiben eines Interviewleitfadens eine praktische Folge: Ein anderes Auswahlkriterium verändert, wer eingeladen würde. Die größere Gruppe ist nicht einfach die kleinere Gruppe mit zusätzlichen Personen. Der Vergleich wendet zwei Definitionen nachträglich auf dieselben Antworten an. Er ist kein randomisiertes Experiment, das zeigt, dass eine andere Formulierung andere Antworten verursacht hat.

Die beiden Interviewregeln wählen vier Gruppen aus

Gewichtete Anteile aller 4.628 berechtigten Social-Media-Nutzer in der US-Umfrage vom Juli 2022. Eine positive Kaufantwort ist Ja. Eine positive Einflussantwort ist Stark oder Ein wenig.

Werte der Grafik ansehen
Durch welche Regel ausgewählt?Anteil aller berechtigten Nutzer (%)
Beide Fragen24,8 %
Nur die Kauffrage5,4 %
Nur die Einflussfrage13,8 %
Keine der beiden Fragen56,0 %
Jede Person gehört zu einer Gruppe. Nur eine ausdrücklich positive Antwort führt zur Auswahl. Unsicherheit und verweigerte Angaben bleiben enthalten. „Keine Regel“ bedeutet deshalb nicht zwei ausdrücklich negative Antworten.

Eine größere Interviewgruppe kann manche Personen ausschließen

Wer nur die getrennten Summen betrachtet, könnte sagen: Die Einflussfrage ergibt eine um 8,4 Prozentpunkte größere Gruppe als die Kauffrage. Das ist die Nettodifferenz zwischen 38,6 % und 30,2 %. Sie beschreibt nicht alle Personen, deren Eignung sich ändert.

Beginnen wir mit dem Kaufkriterium und ersetzen es durch das Einflusskriterium. Die 24,8 %, die beide erfüllen, bleiben dabei. Die 5,4 %, die nur das Kaufkriterium erfüllen, fallen heraus. Die 13,8 %, die nur das Einflusskriterium erfüllen, kommen hinzu. Zusammen entsprechen Hinzukommende und Ausscheidende einem gewichteten Anteil von 19,2 % der berechtigten Social-Media-Nutzer dieser US-Umfrage von 2022. [4]

Auf einer Skala von 100 wird die Rechnung anschaulicher: ungefähr 24,8 beibehalten, 5,4 herausnehmen und 13,8 hinzufügen. Das sind Prozentäquivalente, keine Bruchteile von Befragten und keine Prognose für die nächsten 100 Kunden. Die Rechnung beschreibt die historische Umfrage, in der dieselben Personen beide Fragen beantworteten.

Unterschiedliche Gesamtanteile erzwingen bereits eine gewisse Abweichung. Selbst wenn jede durch die Kauffrage ausgewählte Person auch das Einflusskriterium erfüllte, wäre die größere Gruppe noch um 8,4 Prozentpunkte größer. Die verknüpften Antworten ergeben 19,2 Punkte unterschiedlicher Auswahl, also 10,8 Punkte mehr als dieses Minimum. Das ist ein rechnerischer Vergleich, kein Signifikanztest. [4]

Für ein Unternehmen bedeutet das: Ein Bericht sollte sowohl die hinzukommenden als auch die ausgeschlossenen Personen zeigen. Nur die größere Gesamtzahl zu nennen kann verdecken, dass Menschen mit genau der Erfahrung herausfallen, die das Interview eigentlich untersuchen sollte.

82,1 % und 64,3 % beantworten unterschiedliche Auswahlfragen

Beginnt die Betrachtung bei Personen, die einen Kauf nach einem Creator-Beitrag angaben, berichteten 82,1 % auch von zumindest etwas Einfluss auf ihre Kaufentscheidungen. Das beantwortet die Frage: Welcher Anteil der Kaufgruppe bliebe übrig, wenn zusätzlich eine Einflussangabe verlangt würde?

Beim umgekehrten Ausgangspunkt lautet die Antwort 64,3 %. Dieser Anteil der Personen, die zumindest etwas Einfluss angaben, erinnerte sich auch an einen Kauf nach einem Beitrag. Dieselbe Überschneidung wird durch eine größere Ausgangsgruppe geteilt. Beide Prozentwerte stimmen, und keiner ist ein allgemeines Maß für die Wirksamkeit von Influencer-Marketing. [3]

Nutze die erste Richtung, wenn eine Studie bereits Kauferfahrung verlangt und das Team eine zusätzliche Einflussfrage erwägt. Nutze die zweite, wenn die Studie bei wahrgenommenem Einfluss beginnt und wissen muss, wer von einem Kauf erzählen kann. Die Bezugsgruppe gehört neben die Zahl, weil sie bestimmt, welche Entscheidung die Zahl unterstützen kann. Für manche explorativen Interviews mag eine Überschneidung wie die hier beobachteten 82,1 % ausreichen, um nur eine Auswahlfrage zu stellen, solange das Team akzeptiert, welche Erfahrungen dieses Kriterium ausschließt.

Es gibt keinen Grund, von beiden Fragen dasselbe zu erwarten. Die eine betrifft ein Ereignis zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit. Die andere fragt nach dem allgemeinen Einfluss auf Kaufentscheidungen. Ein früherer Kauf kann mit wenig allgemeinem Einfluss einhergehen, und wahrgenommener Einfluss ohne Erinnerung an einen Kauf bestehen. Das sind mögliche Deutungen, keine durch diese Analyse belegten Erklärungen.

Ein anschließendes Interview kann den Unterschied erkunden, ohne einer Person vorzuschreiben, was ihre Antwort bedeuten soll. Frage, welchen Kauf sie im Kopf hatte, woran sie sich bei dem Beitrag erinnert oder welche Entscheidungen sie erwogen hat. Mache aus unterschiedlichen Antworten keinen Vorwurf, jemand sei verwirrt oder verberge einen Einfluss.

Dieselbe Überschneidung ergibt zwei verschiedene Prozentwerte

Jede Zeile beginnt mit einer anderen Gruppe aus der US-Umfrage vom Juli 2022: Personen mit Kaufangabe nach einem Creator-Beitrag oder Personen mit Einflussangabe. Einfluss bedeutet Stark oder Ein wenig. Unsichere oder verweigerte Antworten auf die andere Frage bleiben in der Bezugsgruppe.

Werte der Grafik ansehen
Ausgangsgruppe und zweite AntwortAuch auf die andere Frage positiv geantwortet (%)
Kauf nach einem Creator-Beitrag angegeben: auch Einfluss angegeben82,1 %
Einfluss angegeben: auch Kauf nach einem Creator-Beitrag angegeben64,3 %
Die 82,1 % beziehen sich auf die Kaufgruppe, die 64,3 % auf die Einflussgruppe. Das sind Vergleiche von Interviewkriterien, keine Konversionsraten oder zurechenbaren Kampagnenergebnisse.

Unsichere Antworten verändern die Bezugsgruppe

Die Kauffrage bot die Antwort „nicht sicher“ an. Manche Befragte machten außerdem bei einer oder beiden Fragen keine Angabe. Unsicherheit oder Antwortverweigerung bei mindestens einem Merkmal entspricht zusammen 7,2 % der gewichteten Gruppe von Social-Media-Nutzern. Diese Antworten bleiben in der Hauptanalyse. Bei den berechtigten Befragten gab es für beide Fragen keine systembedingt fehlenden Werte. [5]

Diese Entscheidung wirkt sich besonders aus, wenn man bei der Einflussgruppe beginnt. Von den Personen, die zumindest etwas Einfluss angaben, berichteten 64,3 % einen Kauf. 28,9 % gaben an, keinen solchen Kauf getätigt zu haben. 6,7 % waren unsicher oder beantworteten die Kauffrage nicht. Die letzte Gruppe ist weder ein bestätigter Kauf noch ein eindeutiges Nein.

Zusätzlich berechneten wir eine vorher festgelegte Sensitivitätsprüfung. Sie berücksichtigt nur Personen mit Ja oder Nein zur Kauffrage sowie Stark, Ein wenig oder Überhaupt nicht zur Einflussfrage. Damit bleiben 92,8 % der gewichteten berechtigten Gruppe enthalten. In dieser eingeschränkten Gruppe steigt der Kaufanteil unter Personen mit Einflussangabe von 64,3 % auf 69,0 %. Der umgekehrte Anteil verändert sich von 82,1 % auf 82,4 %. [5]

Der höhere Prozentwert zeigt nicht, dass die eingeschränkte Rechnung genauer ist. Sie beantwortet eine Frage über eine Gruppe, aus der Unsicherheit und fehlende Angaben entfernt wurden. Lässt ein Team solche Antworten stillschweigend weg, kann die Zusammenfassung anders aussehen, obwohl niemand seine Aussage geändert hat.

Lege bei einem Interviewprojekt vor dem Versand der Einladungen fest, wie mit Unsicherheit umgegangen wird. Wer unsicher ist, eignet sich vielleicht nicht für ein Gespräch über einen konkreten Kauf, kann aber helfen zu verstehen, woran sich Menschen bei Creator-Inhalten erinnern. Das ist eine Entscheidung über das Forschungsziel, kein Grund, eine unsichere Antwort umzudeuten.

Ohne unsichere Antworten beschreibt der Prozentwert eine andere Gruppe

In der US-Umfrage vom Juli 2022 bleiben unsichere und verweigerte Antworten auf die andere Frage in den Hauptschätzungen enthalten. Die eingeschränkte Rechnung behält Ja oder Nein beim Kauf sowie Stark, Ein wenig oder Überhaupt nicht beim Einfluss bei. Sie umfasst 92,8 % der gewichteten berechtigten Gruppe.

Werte der Grafik ansehen
Ausgangsgruppe und zweite AntwortUnsichere/verweigerte Antworten enthalten (%)Unsichere/verweigerte Antworten ausgeschlossen (%)
Kauf nach einem Creator-Beitrag angegeben: auch Einfluss angegeben82,1 %82,4 %
Einfluss angegeben: auch Kauf nach einem Creator-Beitrag angegeben64,3 %69,0 %
Die Veränderung zeigt den Einfluss der Bezugsgruppe, keine höhere Genauigkeit. Jede Zeile beginnt mit Personen, die die genannte Erfahrung berichten. Die zweite Spalte schließt unsichere oder verweigerte Antworten auf die andere Frage aus.

Wähle die Frage passend zum gewünschten Gespräch

Mit der benötigten Erfahrung beginnen

Ein Notizblock mit Zielscheibe führt zu Karten mit Einkaufstasche und Sprechblase, dann zu einem offenen Interviewbuch mit zwei verschiedenen Porträtkarten und leeren Notizlinien.
  1. Erfahrung benennen

    Entscheide, ob das Interview einen erinnerten Kauf, wahrgenommenen Einfluss oder den Vergleich beider Erfahrungen untersucht.

  2. Frage auswählen

    Lege den Produktkontext und den Erinnerungszeitraum fest, die das Projekt braucht.

  3. Antworten klar zuordnen

    Behalte unsichere Antworten getrennt bei und nenne für jeden Prozentwert die einbezogene Gruppe.

Eine konzeptionelle Anleitung vom Interviewziel zu Fragen und Gesprächsnotizen. Die Porträts stehen für Teilnehmer, nicht für die Umfragestichprobe oder ein gemessenes Ergebnis. Halte beim Zusammenfassen die Antworten derselben Person zusammen.

Soll das Interview einen früheren Kauf untersuchen, frage zuerst nach der Erfahrung, über die die Person sprechen wird. Die allgemeine Aussage, Creator beeinflussten ihre Entscheidungen, belegt noch keine Erinnerung an einen Kauf nach einem Beitrag. Die Kauffrage passt eher zu diesem Auswahlziel. Allerdings kann der Zeitraum „irgendwann einmal“ aus der Umfrage für ein Projekt zu einem aktuellen Produktstart noch zu weit gefasst sein.

Soll das Interview untersuchen, wie Creator-Inhalte die erwogene Produktauswahl prägen, ist ein Kauf möglicherweise keine nötige Voraussetzung. Personen, die Einfluss wahrnehmen, sich aber an keinen Kauf erinnern, können relevante Erfahrungen schildern. Die Umfrage zeigt nicht, ob sie eine Marke entdeckten, Produkte verglichen, eine Entscheidung aufschoben oder etwas anderes taten. Das sind mögliche Interviewthemen, keine Ergebnisse, die wir dieser Gruppe zuschreiben können.

Für einen Vergleich von Erfahrungen lassen sich mit beiden Fragen gezielt unterschiedliche Kombinationen einbeziehen. Die Planung kann zwischen Personen unterscheiden, die beides, nur eines oder Unsicherheit angeben. Dafür muss sie nicht unterstellen, eine Gruppe sei ehrlicher, wertvoller oder werde künftig eher kaufen.

Würden beide positiven Antworten verlangt, wären 24,8 % der gewichteten Umfragegruppe ausgewählt. Würde eine der beiden genügen, wären es 44,0 %. Das erste Kriterium passt zu einem Projekt, das beide berichteten Erfahrungen braucht. Das zweite ermöglicht einen breiteren Vergleich. Es sind unterschiedliche Forschungsziele. Ohne das Interviewziel zu kennen, sagt keiner der Prozentwerte, welche Auswahl besser ist.

Ein Influencer, der seine Zielgruppe beschreibt, steht vor derselben Wortwahl. Die Aussage, einige Personen erinnerten sich an einen Kauf nach einem Beitrag, sollte eine Aussage über Kauferinnerungen bleiben. Eine Aussage über wahrgenommenen Einfluss braucht ihre eigene Frage und Bezugsgruppe. Keine von beiden wird zum Verkaufsbeitrag des Creators, nur weil sie in einem Media-Kit steht.

Diese Unterscheidungen helfen, Zielgruppenforschung von Kampagnenberichten zu trennen. Eine Frage nach irgendeinem Creator zu irgendeinem Zeitpunkt identifiziert weder den Creator noch die Kampagne, Ausgaben oder Verkäufe, die ein Unternehmen für eine ROI-Berechnung bräuchte. Soll eine konkrete Kampagne bewertet werden, müssen ihr Umfang und die Nachweise für ihre Ergebnisse gesondert festgelegt werden.

Ein fiktives Hautpflege-Beispiel beginnt mit einer Entscheidung

Stell dir eine Hautpflegemarke vor, die vor ihrer nächsten Creator-Kooperation Interviews plant. Das Team möchte hören, wie Kunden von einer Produktvorführung zu der Entscheidung kamen, das Produkt auszuprobieren oder nicht. Das ist ein hypothetisches Anwendungsbeispiel, kein Unternehmen und keine Kampagne aus der Pew-Umfrage.

Braucht das Team ausdrücklich Berichte über abgeschlossene Käufe, könnte es fragen, ob sich jemand an einen Kauf erinnert, nachdem ein Creator über die Produktkategorie gesprochen hatte. Anschließend kann die Person das Erlebnis beschreiben. Das Team sollte einen passenden Erinnerungszeitraum festlegen, statt anzunehmen, „irgendwann einmal“ reiche aus. Eine andere Kategorie oder ein anderer Zeitraum ergibt eine neue Frage. Die Pew-Prozentwerte sagen deshalb nicht voraus, wie viele passende Teilnehmer das Unternehmen finden wird.

Will das Team dagegen verstehen, welche Produkte in Betracht gezogen werden, könnte es Personen einladen, die einen Einfluss von Creator-Inhalten auf ihre Auswahl angeben, auch ohne Kauf. Das Gespräch würde dann erkunden, was die Entscheidung geprägt hat und was danach geschah. Es würde nicht mit der Annahme beginnen, jeder Teilnehmer sei ein Käufer.

Entscheidend ist, welches Gespräch das Unternehmen braucht. Beide Fragen können den Unterschied erhalten und dem Interviewer Raum geben, einer unerwarteten Antwort nachzugehen. Das verlangt weder künstlich gleich große Gruppen noch die Übernahme der Umfrageanteile in die eigene Stichprobe.

Eine kurze Planungsvorlage kann die Entscheidung festhalten: „Wir möchten [die Erfahrung oder Entscheidung] verstehen. Für die Auswahl gilt [die erforderliche Erfahrung oder der berichtete Einfluss], bezogen auf [passende Kategorie und Zeitraum]. Unsichere Antworten behalten wir getrennt bei und verwenden sie für [gegebenenfalls einen benannten Interviewzweck]. Wir beschreiben die Erkenntnisse anhand von [den tatsächlich gestellten Fragen], ohne sie als zurechenbare Kampagnenverkäufe zu behandeln.“

Im fiktiven Hautpflegeprojekt sollte der Abschlussbericht sagen, ob er erinnerte Kauferfahrungen, wahrgenommenen Einfluss oder beides beschreibt. Diese Präzisierung erleichtert dem nächsten Leser die Einordnung, ob einem Unternehmer, der ein Vorhaben plant, oder einem Creator, der seine Zielgruppenforschung präsentiert.

So wurden die Antworten ausgewertet

Wir analysierten Welle 111 von Pew Research Center’s American Trends Panel. Die Erhebung lief vom 5. bis 17. Juli 2022 als selbst ausgefüllte Online-Umfrage auf Englisch und Spanisch. Zielpopulation waren Erwachsene ab 18 Jahren in den USA einschließlich Alaska und Hawaii, die nicht in Einrichtungen untergebracht waren. Die veröffentlichte Datei enthält 6.034 Befragte. Davon gaben 4.628 an, soziale Medien zu nutzen, und waren für beide Fragen berechtigt. Alle 4.628 blieben in der Hauptbezugsgruppe. [1] [6]

Die Welle verband 4.996 Befragte aus dem American Trends Panel mit 1.038 lesbischen, schwulen oder bisexuellen Befragten aus dem KnowledgePanel von Ipsos. Auch innerhalb des American Trends Panel wurden bestimmte Gruppen gezielt überproportional einbezogen. Wir nutzten den bereitgestellten endgültigen Gewichtungsfaktor der Welle, WEIGHT_W111. Er berücksichtigt Auswahl und Nichtteilnahme durch mehrere Anpassungen und Bevölkerungsreferenzen. Eine ungewichtete Zählung würde die gewichteten Schätzwerte dieser Umfrage nicht reproduzieren. [6]

Vor der Berechnung der gemeinsamen Ergebnisse wurden die beiden Fragen, alle ursprünglichen Antwortkombinationen, beide positiven Auswahlregeln, beide bedingten Richtungen und die Sensitivitätsprüfung festgelegt. Das Kaufkriterium verwendet Ja. Das Einflusskriterium fasst Stark und Ein wenig zusammen. Nicht sicher, verweigerte Angaben und mögliche systembedingt fehlende Werte bleiben in der Tabelle getrennt. Sie werden nie zu einer inhaltlichen Nein-Antwort.

Die Quellenprüfungen bestätigten die veröffentlichte Zeilenzahl, die berechtigte Gruppe, zulässige Codes, die Fragebogenfilter sowie positive, endliche Gewichte. Die getrennten gewichteten Randverteilungen reproduzierten die von Pew veröffentlichten ganzzahligen Prozentwerte. Bei allen Befragten außerhalb der Social-Media-Gruppe waren beide Felder aufgrund der Fragebogenführung leer; sie wurden aus deren Bezugsgruppe ausgeschlossen. Die öffentliche Datenfreigabe beschreibt begrenzte Änderungen bestimmter Werte zum Schutz der Vertraulichkeit. Wir trafen keine demografischen oder personenbezogenen Aussagen.

Jedes Ergebnis teilt die Summe der Gewichte der jeweiligen Kategorie durch die Gewichtssumme der angegebenen Gruppe. Wir berichten deskriptive, gewichtete Prozentwerte. Die öffentliche Datei und ihre Anleitung legen kein genaues Verfahren zur Varianzschätzung dieser gemeinsamen Ergebnisse fest. Deshalb ergänzen wir weder Konfidenzintervalle noch Signifikanztests oder die Fehlermarge der Gesamtumfrage. Stichprobenunsicherheit, Erinnerung und die Auslegung der Fragen bleiben relevant. [6]

Eine unabhängige Prüfung untersuchte den ursprünglichen Analysecode und unabhängig erfundene Testdaten, darunter ungleiche Gewichte, unsichere Antworten und vertauschte Bezugsgruppen. Sie analysierte die vertraulichen Befragtendaten nicht erneut unabhängig. Der Download enthält begrenzte Aggregate der verknüpften Antworten, Definitionen, Prüfsummen der Quelldateien und Code zur Reproduktion. Er gibt keine einzelnen Datensätze, Kennungen oder Gewichte der Befragten weiter. [7]

Die hier geäußerten Meinungen, einschließlich etwaiger Schlussfolgerungen für politische Maßnahmen, stammen vom Autor und nicht vom Pew Research Center.

Die Grafik-CSV enthält 10 Schätzwerte, einen pro Datenzeile. Das ZIP enthält die ursprünglichen Antwortkombinationen, eine getrennte Prüfung systembedingt fehlender Werte sowie Analysemethode und Code. Positive Zellen der Kreuztabelle unter 0,5 % erscheinen als „<0.5%“. Einzelne Befragtendatensätze, Kennungen oder Gewichte sind nicht enthalten. Zahlenfelder verwenden einen Dezimalpunkt. Für den Zugang zu den Quelldaten muss Pews eigene Vereinbarung akzeptiert werden.

Quellen und Anmerkungen

  1. Pew Research Center’s American Trends Panel, Welle 111. Erhebung vom 5. bis 17. Juli 2022; 6.034 Befragte in der veröffentlichten Datei und 4.628 für beide Fragen berechtigte Social-Media-Nutzer. Influence IQ berechnete die verknüpften Ergebnisse mit dem endgültigen Gewichtungsfaktor der Welle. Das Erhebungsdatum beschreibt die Datengrundlage, nicht das Veröffentlichungsdatum dieser Analyse.
  2. Pews Bericht vom 21. November 2022 nennt getrennte Kauf- und Einflussanteile. Die verlinkte Methodik und Ergebnisübersicht beschreiben ONLSHOP4 als irgendwann erfolgten Kauf nach einem Creator-Beitrag und ONLSHOP5 als allgemeinen Einfluss auf Kaufentscheidungen. Beide Fragen wurden Social-Media-Nutzern nach einer gemeinsamen Erklärung zu Influencern und Content-Creatorn gestellt. Der vorliegende Beitrag verknüpft die Auswahl und vergleicht die Bezugsgruppen. Er behauptet nicht, erstmals einen Einfluss von Creatorn auf Käufe entdeckt zu haben.
  3. Die gewichteten Anteile betragen 30,2 % mit Kaufangabe, 38,6 % mit Einflussangabe und 24,8 % mit beidem. Nur die Kauffrage wählt 5,4 % aus, nur die Einflussfrage 13,8 %, keine von beiden 56,0 %. Die Überschneidung geteilt durch die jeweilige Ausgangsgruppe ergibt 82,1 % und 64,3 %. Alle Rechnungen verwenden ungerundete Gewichte. Die angezeigten Ergebnisse sind auf eine Dezimalstelle gerundet und eignen sich nicht zur Rekonstruktion exakter Verhältnisse.
  4. Die nur durch eine Regel ausgewählten Anteile summieren sich auf 19,2 Prozentpunkte. Der durch unterschiedliche Gruppengrößen erzwungene Mindestunterschied entspricht der absoluten Differenz beider ausgewählter Anteile: 8,4 Punkte. Der beobachtete Unterschied liegt 10,8 Punkte darüber. Die Rechnungen verwenden ungerundete Werte und werden auf eine Dezimalstelle gerundet dargestellt. Sie beschreiben Informationen aus verknüpften Antworten, keinen kausalen Effekt oder Test auf statistische Signifikanz.
  5. Unsicherheit oder verweigerte Angaben bei einer der Fragen betreffen 7,2 % der gewichteten berechtigten Gruppe. Innerhalb dieser Gruppe gibt es keine systembedingt fehlenden Werte. Die Sensitivitätsprüfung behält Ja/Nein beim Kauf und Stark/Ein wenig/Überhaupt nicht beim Einfluss bei und umfasst 92,8 % der gewichteten Gruppe. Ihre beiden Überschneidungsanteile betragen 82,4 % und 69,0 % mit eingeschränkten Bezugsgruppen. Berechnet wurde vor der Rundung. Positive Zellen der Originaltabelle unter 0,5 % sind als „<0.5%“ und nicht als null angegeben.
  6. Die wellenspezifische Methodik beschreibt eine Wahrscheinlichkeitsstichprobe, Überstichproben, Anpassungen für Nichtteilnahme, Zusammenführung von Gruppen, Kalibrierung und Begrenzung extremer Gewichte. WEIGHT_W111 ist das veröffentlichte endgültige Berichtsgewicht. Die geprüfte öffentliche Freigabe enthält weder Replikationsgewichte noch ein genaues Verfahren zur Varianzschätzung für diese verknüpften Untergruppen. Pews Fehlermarge für die Gesamtstichprobe wird nicht auf unsere bedingten Prozentwerte angewendet.
  7. Quellenangabe: Pew Research Center’s American Trends Panel. Die ATP-Vereinbarung erlaubt begrenzte Forschungspublikationen mit Quellenangabe und beschränkt den Zugang zu sowie die Weitergabe von Befragtendaten. Der Download enthält nur Originalcode und begrenzte abgeleitete Aggregate. Die hier geäußerten Meinungen, einschließlich etwaiger Schlussfolgerungen für politische Maßnahmen, stammen vom Autor und nicht vom Pew Research Center. Verpflichtender Quellenhinweis (englisches Original): The opinions expressed herein, including any implications for policy, are those of the author and not of Pew Research Center.

Der englische Artikel ist die Originalfassung. Jede Sprachversion beschreibt dieselbe US-Umfrage vom Juli 2022. Die Übersetzung verändert weder Population, Zeitraum, Fragen noch Datengrundlage und macht aus den Zahlen keine lokalen Marktergebnisse.

Frage und Bezugsgruppe in der Planung festhalten